Das Wichtigste in Kürze:
- Eine systematische Konkurrenzanalyse zeigt Chancen und Lücken im lokalen Markt
- Google-Suchergebnisse und Business Profile der Wettbewerber liefern wertvolle Einblicke
- Differenzierung gelingt über Stärken, die der Wettbewerb nicht bietet
Ein Elektriker in Keltern fragt sich, warum sein Konkurrent bei Google immer vor ihm erscheint. Er vermutet bessere Technik oder größeres Budget. Die Wahrheit ist oft simpler: Der Konkurrent hat seine Online-Präsenz systematisch analysiert und optimiert, während andere nur gelegentlich hinschauen. Eine fundierte Konkurrenzanalyse ist der erste Schritt, um aufzuholen oder den Vorsprung zu halten.
Im Enzkreis, in Pforzheim und den umliegenden Gemeinden ist der Wettbewerb in vielen Branchen überschaubar. Das macht die Analyse einfacher, aber nicht weniger wichtig. Wer seine Konkurrenten kennt, kann sich gezielt positionieren und Chancen nutzen, die andere übersehen.
Warum lokale Konkurrenzanalyse wichtig ist
Die lokale Konkurrenzanalyse unterscheidet sich von der allgemeinen Wettbewerbsbeobachtung. Sie konzentriert sich auf einen begrenzten geografischen Raum und die spezifischen Faktoren, die dort zählen. Ein Friseur in Keltern konkurriert nicht mit Friseuren in Stuttgart, sondern mit denen in Keltern, Ispringen, Birkenfeld und vielleicht Pforzheim.
Diese lokale Perspektive macht die Analyse überschaubarer. Statt hunderte Wettbewerber zu beobachten, reichen oft zehn bis zwanzig. Gleichzeitig sind die Erkenntnisse unmittelbar umsetzbar, weil sie den eigenen Markt betreffen.
Die Analyse zeigt, was funktioniert und was nicht. Wenn ein Konkurrent bei lokalen Suchanfragen dominiert, hat er etwas richtig gemacht. Wenn ein anderer trotz guter Arbeit online unsichtbar ist, können Sie aus seinen Fehlern lernen.
Ziele der lokalen Konkurrenzanalyse
| Ziel | Nutzen |
|---|---|
| Stärken der Konkurrenz verstehen | Realistische Einschätzung des Wettbewerbs |
| Schwächen identifizieren | Eigene Positionierung schärfen |
| Chancen erkennen | Unbesetzte Nischen finden |
| Trends beobachten | Marktentwicklungen früh erkennen |
| Benchmarks setzen | Eigene Fortschritte messen |
Die richtigen Wettbewerber identifizieren
Der erste Schritt ist die Identifikation der relevanten Konkurrenten. Das sind nicht unbedingt alle Unternehmen Ihrer Branche in der Region, sondern diejenigen, die um dieselben Kunden kämpfen.
Suchen Sie bei Google nach Ihren wichtigsten lokalen Keywords. Wer erscheint in den organischen Ergebnissen? Wer taucht im Local Pack auf? Diese Unternehmen sind Ihre direkten Online-Konkurrenten, unabhängig davon, wie Sie deren Qualität einschätzen.
Unterscheiden Sie zwischen direkten und indirekten Wettbewerbern. Ein Steuerberater in Pforzheim konkurriert direkt mit anderen Steuerberatern, indirekt aber auch mit Lohnsteuerhilfevereinen oder Online-Steuerdiensten. Beide verdienen Aufmerksamkeit, aber mit unterschiedlichem Fokus.
Vergessen Sie nicht die Newcomer. Wer gerade eröffnet hat oder neu in der Region ist, kann schnell aufholen. Beobachten Sie neue Einträge in Branchenverzeichnissen und neue Google Business Profile in Ihrer Umgebung.
Google-Präsenz der Wettbewerber analysieren
Google ist der wichtigste Kanal für lokale Sichtbarkeit. Die Analyse beginnt mit einer einfachen Suche nach Ihren Haupt-Keywords plus Ortsangabe. Notieren Sie, wer auf den ersten Plätzen erscheint und warum.
Das Local Pack zeigt die drei prominentesten lokalen Ergebnisse. Analysieren Sie die Profile, die dort erscheinen. Wie viele Bewertungen haben sie? Welchen Durchschnitt? Wie aktuell sind die Beiträge? Welche Fotos werden gezeigt? Diese Faktoren beeinflussen das Ranking und geben Hinweise auf erfolgreiche Strategien.
Besuchen Sie die Websites der Top-Konkurrenten. Achten Sie auf Struktur, Inhalte und technische Qualität. Haben sie lokale Landingpages für verschiedene Orte? Wie schnell laden die Seiten? Sind sie für mobile Geräte optimiert?
Die organischen Suchergebnisse zeigen, wer bei klassischem SEO gut aufgestellt ist. Analysieren Sie die Title-Tags und Meta-Descriptions. Welche Keywords werden verwendet? Wie differenzieren sich die Angebote?
Checkliste für die Google-Analyse
Prüfen Sie bei jedem Hauptkonkurrenten folgende Punkte:
- Anzahl und Durchschnitt der Google-Bewertungen
- Aktualität der Google Business Profile Beiträge
- Qualität und Anzahl der Fotos im Profil
- Vollständigkeit der Unternehmensinformationen
- Website-Geschwindigkeit und Mobile-Optimierung
- Verwendung lokaler Keywords in Titles und Inhalten
- Vorhandensein von lokalen Landingpages
- Qualität und Umfang des Contents
Bewertungen und Reputation vergleichen
Bewertungen sind ein zentraler Faktor für lokales SEO und Kundenvertrauen. Vergleichen Sie systematisch die Bewertungssituation Ihrer Konkurrenten mit Ihrer eigenen.
Quantität allein zählt nicht. Ein Unternehmen mit 50 Bewertungen und 4,8 Sternen steht besser da als eines mit 200 Bewertungen und 4,0 Sternen. Analysieren Sie sowohl die Anzahl als auch den Durchschnitt und vergleichen Sie, wo Sie stehen.
Lesen Sie einige Bewertungen der Wettbewerber im Detail. Was loben Kunden? Was kritisieren sie? Diese Erkenntnisse zeigen, was Kunden in Ihrer Branche wichtig ist und wo Konkurrenten Schwächen haben, die Sie ausnutzen können.
Prüfen Sie auch die Antworten auf Bewertungen. Ein Konkurrent, der nie auf Bewertungen reagiert, verschenkt Potenzial. Einer, der professionell und zeitnah antwortet, setzt Standards, die Sie mindestens erreichen sollten.
Website und Content analysieren
Die Website ist das digitale Schaufenster. Eine gründliche Analyse der Konkurrenz-Websites zeigt, was in Ihrer Branche funktioniert und was Sie besser machen können.
Beginnen Sie mit dem Gesamteindruck. Wirkt die Website professionell? Ist sie aktuell oder seit Jahren unverändert? Finden Besucher schnell, was sie suchen? Viele lokale Unternehmen haben veraltete Websites, was eine Chance für Ihren eigenen Auftritt darstellt.
Analysieren Sie die Inhalte. Haben Konkurrenten einen Blog? Welche Themen behandeln sie? Wie umfangreich und hilfreich sind die Texte? Content-Marketing ist bei lokalen Unternehmen oft unterentwickelt, was Raum für Differenzierung bietet.
Prüfen Sie die lokale Optimierung. Werden Keltern, Pforzheim, der Enzkreis oder andere relevante Orte erwähnt? Gibt es lokalen Bezug in den Texten oder nur generische Beschreibungen? NAP-Konsistenz ist ein weiterer Prüfpunkt.
Backlinks und lokale Verlinkungen
Lokale Backlinks sind ein wichtiger Rankingfaktor. Tools wie Ahrefs, SEMrush oder der kostenlose Backlink-Checker von Ubersuggest zeigen, welche Websites auf Ihre Konkurrenten verlinken.
Suchen Sie nach Mustern. Verlinken lokale Vereine auf bestimmte Konkurrenten? Sind manche in Pressemitteilungen der lokalen Medien erwähnt? Haben andere Partnerschaften mit Gemeinden oder Institutionen? Diese Quellen sind auch für Sie relevant.
Lokale Links haben oft einen erreichbaren Ursprung. Wenn ein Konkurrent vom Turnverein Keltern verlinkt wird, können Sie dort auch ein Sponsoring anfragen. Wenn die Pforzheimer Zeitung über einen Wettbewerber berichtet hat, können Sie eine eigene Geschichte anbieten.
Erstellen Sie eine Liste potenzieller Linkquellen aus Ihrer Analyse. Diese bildet die Grundlage für Ihre eigene Linkbuilding-Strategie.
Preise und Angebote vergleichen
Preistransparenz variiert je nach Branche. Wo Preise öffentlich sichtbar sind, gehört ein Vergleich zur Analyse. Nicht um blind zu unterbieten, sondern um die eigene Positionierung zu verstehen.
Analysieren Sie nicht nur die Preise, sondern das gesamte Angebot. Was ist im Preis enthalten? Welche Zusatzleistungen werden angeboten? Wie kommunizieren Konkurrenten ihren Wert? Ein höherer Preis kann gerechtfertigt sein, wenn der Mehrwert klar erkennbar ist.
Beobachten Sie Sonderaktionen und saisonale Angebote. Wie werben Konkurrenten für Winteraktionen, Sommerrabatte oder Jubiläumsangebote? Diese Beobachtungen inspirieren Ihre eigene Marketingplanung.
Aus der Analyse lernen und handeln
Eine Analyse ohne Konsequenzen ist Zeitverschwendung. Die gewonnenen Erkenntnisse müssen in konkrete Maßnahmen münden.
Identifizieren Sie Ihre wichtigsten Differenzierungsmöglichkeiten. Was können Sie besser als die Konkurrenz? Vielleicht haben Sie mehr Erfahrung, besseren Service, speziellere Expertise oder einen günstigeren Standort. Diese Stärken sollten in Ihrer Online-Präsenz deutlich werden.
Priorisieren Sie Verbesserungen nach Aufwand und Wirkung. Mehr Bewertungen sammeln ist machbar und effektiv. Eine komplett neue Website ist aufwändig, aber möglicherweise notwendig. Lokale Landingpages sind ein guter Mittelweg mit schneller Wirkung.
Setzen Sie sich messbare Ziele. In drei Monaten mehr Bewertungen als Konkurrent X haben. In sechs Monaten für das Keyword Y auf Seite eins ranken. In einem Jahr die mobile Website-Geschwindigkeit verbessern. Konkrete Ziele machen Fortschritt messbar.
Regelmäßige Beobachtung etablieren
Konkurrenzanalyse ist keine einmalige Aufgabe. Der Markt verändert sich, Konkurrenten verbessern sich, neue Wettbewerber tauchen auf. Etablieren Sie einen Rhythmus für regelmäßige Beobachtung.
Ein monatlicher Check der Google-Rankings für Ihre wichtigsten Keywords zeigt Verschiebungen. Ein quartalsweiser Blick auf die Bewertungssituation der Hauptkonkurrenten gibt Orientierung. Eine jährliche umfassende Analyse aktualisiert das Gesamtbild.
Nutzen Sie die Google Search Console für Ihre eigenen Daten. Beobachten Sie, wie sich Ihre Rankings entwickeln und ob Maßnahmen greifen. Setzen Sie Google Alerts für Konkurrenten-Namen, um über Neuigkeiten informiert zu werden.
Die beste Konkurrenzanalyse nützt nichts ohne konsequente Umsetzung. Konzentrieren Sie sich auf die wichtigsten Erkenntnisse und setzen Sie diese systematisch um. Im lokalen Wettbewerb gewinnt oft nicht der mit dem größten Budget, sondern der mit der besten Strategie.
Häufig gestellte Fragen
Wie oft sollte ich die Konkurrenz analysieren?
Eine umfassende Analyse empfiehlt sich jährlich oder bei größeren Veränderungen im Markt. Regelmäßige kurze Checks der Rankings und Bewertungen sollten monatlich oder quartalsweise erfolgen. Bei neuen Wettbewerbern oder Auffälligkeiten lohnt sich ein genauerer Blick.
Ist Konkurrenzanalyse nicht unfair?
Keineswegs. Sie analysieren öffentlich verfügbare Informationen, um Ihren eigenen Service zu verbessern. Ihre Konkurrenten tun dasselbe oder sollten es tun. Es geht nicht darum, zu kopieren, sondern zu lernen und sich zu differenzieren.
Was, wenn meine Konkurrenz online praktisch nicht existiert?
Das ist eine Chance. In Branchen mit geringer Online-Präsenz können Sie sich mit grundlegenden Maßnahmen schnell an die Spitze setzen. Ein optimiertes Google Business Profile und eine solide Website reichen oft, um bei lokalen Suchen zu dominieren.